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MAMMAKARZINOM

TUMOREKTOMIE (WIDE EXCISION)

TUMOREKTOMIE (WIDE EXCISION)

Tumorektomie im Gesunden (wide excision)

Die Notwendigkeit einer Tumorresektion im Gesunden ist allgemeiner Konsens. Dabei sollte der mikroskopisch gemessene Sicherheitsabstand zwischen Tumor und Resektionsrand mindestens 1 mm für das invasive Karzinom betragen, mindestens 5 mm für das ductale Carcinoma in situ (DCIS). Um einen optimalen Zugang zur Tumorregion zu erreichen, wird die Hautinzision meist über dem Tumor geplant. Bei einem hautnahen Tumorsitz muss zum Erreichen eines entsprechenden Sicherheitsabstandes die tumornahe Hautregion mitreseziert werden.

Die Schnittführung über der Tumorregion richtet sich nach Tumorgröße, Tumorlokalisation und Brustgröße. So ist in den oberen Quadranten der Brust in der Regel eine semizirkuläre Schnittführung entlang der Hautspaltlinien, einer radiären Schnittführung vorzuziehen. In den unteren Quadranten sowie am oberen äußeren Quadrant in Richtung Axilla, ergeben sich bei entsprechender Tumorlokalisation und Größe, nicht selten aber auch Vorteile aus einer radiären Schnittführung – insbesondere dann, wenn eine Hautexzision durchgeführt werden muss.

Es kann damit die Verziehung des Mamillenareolenkomplexes vermieden und z.B. durch Positionierung im Stegbereich vergleichbar der vertikalen Narbe nach Mammareduktionsplastik, eine optisch günstige Narbensituation erzielt werden. Grundsätzlich ist aber die Schnittführung auch unter dem Aspekt einer eventuell notwendigen späteren Mastektomie-Schnittführung inklusive einer eventuell gewünschten Möglichkeit zur Sofortrekonstruktion zu planen, so dass ungünstige Durchblutungsverhältnisse der Haut durch mehrfache Inzisionen nach Möglichkeit vermieden werden. Die Tumorexzision erfolgt mit einem Sicherheitsabstand nach allen Seiten. Nach kompletter Entfernung des befallenen Drüsengewebes wird das Präparat mit einer standardisierten Präparatemarkierung versehen, damit sich der Pathologe orientieren kann.

Bei abgesetzter präoperativer Klipmarkierung bzw. bei Mikrokalk wird vor der Schnellschnittuntersuchung immer eine sog. Präparate-Radiographie durchgeführt, um die vollständige Entfernung des Mikrokalkes zu dokumentieren bzw. die Klipmarkierung mit dem verdächtigen umgebenden Gewebe zu identifizieren. Erst wenn durch die Präparateradiographie die vollständige Entfernung bestätigt wird und durch die histopathologische Schnellschnittuntersuchung der notwendige Sicherheitsabstand gesichert ist, wird mit der Operation fortgefahren. Der Sicherheitsabstand wird durch eine Schnellschnittuntersuchung nach allen Seiten überprüft. Bei knappen Abständen sollte die sofortige Nachresektion durchgeführt werden. Generell empfiehlt sich in Abhängigkeit von der Größe und dem Tumorexzisionspräparat, z.B. bei unscharf begrenzten Tumoren bzw. zweifelhaften Resektionsrändern, ggf. nach allen Seiten Nachresektate zu entnehmen, um Re-Exzisionen soweit als möglich zu vermeiden.

Ausnahmslos sollte nach Exzision von Drüsengewebe eine glanduläre Mobilisierung des Drüsenkörpers in der Umgebung des Tumorbettes und Re-Adaptation zum Verschluss der Exzisionshöhle erfolgen, um eine Verformung der Brust und Serombildung zu vermeiden. Die Einlage einer Drainage ist dabei sinnvoll. Hauteinziehungen sollten dabei vermieden werden. Nach Verschluss der Wunde wird in der Regel ein Druckverband für 1-2 Tage angebracht und anschließend das Tragen eines Sport-BHs für etwa 4 Wochen zur Entlastung der Brust empfohlen. 


Mammatumor rechts oben außen mit dazugehörigen axillären Lymphknoten graphisch dargestellt.


Entfernter Tumor über periareolären Randschnitt und Segmentresektion aus dem Brustdrüsengewebe. Der kleine Bildausschnitt zeigt den entfernten Tumor mit dem umgebenden gesunden Brustdrüsengewebe und den entfernten Wächterlymphknoten.


Verschluss des Defektes im Brustdrüsengewebe durch Parenchymlappenplastik, so dass wieder eine regelrechte Brustform resultiert. Verschluss der periareolären Hautinzision als sichtbare Narbe von außen.

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