GEWEBEEXPANDER, SILIKONIMPLANTAT
Brustrekonstruktion mit Gewebeexpander und/oder Silikongelimplantat
Gewebeexpander werden mit ihrem Ventil über die bereits bestehende Narbe unter den Brustmuskel und die umliegende Muskulatur gebracht und im Verlauf von wenigen Wochen durch Injektion von Kochsalzlösung über das Ventil aufgefüllt. Mit der Auffüllung des Expanders dehnen sich die darüber liegenden Weichteile und nach ausreichender Dehnung von Muskulatur und Haut, wird der Gewebeexpander dann nach ca. 6 Monaten durch die alte Narbe wieder entfernt und gegen ein Silikongelimplantat entsprechender Größe ersetzt. Der große Vorteil dieses Verfahrens liegt in seiner Einfachheit. Es ist ein relativ einfacher operativer Eingriff, der vor allem keine zusätzlichen Narben hinterlässt. Ferner besteht auch immer noch die Möglichkeit später komplexere Rekonstruktionen durchführen zu können.
Der gravierendste Nachteil dieses Verfahrens ist, dass der Körper die Silikongelimplantate immer als Fremdmaterial erkennt und um das Implantat eine bindegewebige Hülle bildet. Schrumpft diese Hülle oder verhärtet sich, dann kommt es zur Kapselfibrose. Dies bedeutet für die Patientin eine Verhärtung der rekonstruierten Brust sowie Dislokation des Implantates. Ohne Therapie und Fortschreiten der fibrotischen Veränderungen kann es letztendlich zu Schmerzen und Hautveränderungen bis hin zur Perforation des Implantates durch die Haut kommen. Ein weiterer Nachteil ist die größere Festigkeit und Formstabilität einer solch rekonstruierten Brust, im Gegensatz zu der weichen lageveränderlichen, erhaltenen kontralateralen Brust. Hierdurch bleibt auch bei gleichem Volumen immer eine deutliche Seitendifferenz bestehen, die sich darüber hinaus im Alter noch verstärkt. Die Beeinträchtigung der Mikrozirkulation der Haut nach einer Strahlentherapie, führt zu einer deutlich höheren Komplikationsrate bei Gewebeexpansion und Einlage von Silikongelimplantaten, weswegen dieses Verfahren nach Strahlentherapie nicht mehr verwendet werden sollte.
Die Verwendung von texturierten, anatomisch geformten, mit cohesivem Gel gefüllten Silikonimplantaten, hat zu einer deutlichen Verbesserung des Rekonstruktionsergebnisses mit diesem Verfahren geführt. Die noch heute zum Teil geäußerten Bedenken der Teratogenität oder Mutagenität von Silikongelimplantaten sowie ein eventueller Zusammenhang mit Autoimmunerkrankungen, entbehren jeglicher wissenschaftlicher Grundlage. Die hauptsächlichen Vor- und Nachteile der Brustrekonstruktion mit Gewebeexpandern und Silikongelimplantaten sind in Tabelle 1 zusammenfassend aufgeführt.
Tabelle 1
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Vorteile |
Nachteile |

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