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MAMILLENREKONSTRUKTION

MAMILLENREKONSTRUKTION

Rekonstruktion des Mamillen-Areolakomplexes

Die Mamillen-Areola-Rekonstruktion ist eine stets anzustrebende Komponente der Brustrekonstruktion. Das Weglassen dieses letzten Rekonstruktionsschrittes bei einer sonst akzeptablen Brustrekonstruktion, führt zu keinem guten ästhetischen Resultat, weil die Symmetrie – welche das primäre Ziel der Brustrekonstruktion ist – in diesem Fall nicht erreicht werden kann.

Die Mamillen-Areola-Rekonstruktion muss der Patientin als integraler Bestandteil des Rekonstruktionskonzeptes erklärt werden, Dabei bedeutet die Volumenrekonstruktion den ersten Schritt und die Revision der Brustform sowie ggf. die Angleichung der Gegenseite und die Mamillenrekonstruktion, den zweiten Schritt. Die Wiederherstellung der Areole stellt dann den Abschluss des gesamten Rekonstruktionsprozesses dar. Wenn die Patientin die Brustrekonstruktion als ein Gesamtprojekt versteht, toleriert sie auch eine initiale Asymmetrie besser, akzeptiert notwendige kleinere Revisionen und ist dann auch für den letzten Schritt, die Mamillen-Areola-Rekonstruktion, vorbereitet.

Der Mamillen-Areola-Komplex ist der ästhetische Fokus der Brust. Idealerweise ist die Mamille an der Stelle der größten Projektion des Brusthügels gelegen. Die Areole, in deren Mitte die Mamilla sitzt, projiziert sich normalerweise leicht vor dem Brusthügel, und bei den meisten Frauen formt diese Areole eine leichte Pyramide mit einer höheren Ebene, im Vergleich zum darunter liegenden Brusthügel.

Bei einer Brustrekonstruktion kann diese pyramidenartige Form des Mamillen-Areola-Komplexes nur schwer erreicht werden. Die rekonstruierte Brust hat mehr eine runde Form.
Der richtige Zeitpunkt zur Mamillen-Areolen-Rekonstruktion wird nach wie vor kontrovers diskutiert. Die Zeitangaben reichen von sofortiger Rekonstruktion bis hin zur Rekonstruktion nach 6-12 Monaten. Wir selbst führen die Rekonstruktion etwa 6 Monate nach der Brustrekonstruktion durch, da sich unserer Erfahrung nach ab diesem Zeitpunkt Brustform, Konsistenz und Höhe nicht mehr verändern und somit ein dauerhaftes symmetrisches Ergebnis zur kontralateralen Seite zu erzielen ist.

Die korrekte Positionierung der Mamille auf der rekonstruierten Brust ist für das endgültige ästhetische Resultat essentiell. Eine unzureichende Mamille oder schlecht positionierte Mamillen, können ein sonst gutes Ergebnis der Brustrekonstruktion völlig zerstören und dazu führen, dass die Patientin mit ihrem Gesamtergebnis nicht zufrieden ist. Die Festlegung der neuen Mamillenposition sollte in aller Ruhe und nicht im Operationssaal durchgeführt werden. Die Einbeziehung der Patientin bei der Positionierung ist wichtig, und die akkurate Mamillenposition kann aus diesem Grund nicht in Vollnarkose oder Sedierung durchgeführt werden.

An der stehenden Patientin wird, am besten vor einem Spiegel, gemeinsam die Positionierung der neuen Mamille festgelegt. Wegen der unvermeidlichen Form- und Konturdifferenz zwischen der gesunden und rekonstruierten Brust, muss die geometrisch bestimmte Mamillenposition nicht zwangsläufig der optisch beste Punkt sein. Daher stellt die ausgemessene Lokalisation nur einen Anhaltspunkt dar und sollte nicht dazu führen, die ästhetische korrekte Position zu verändern.

Nachdem die Mamillenposition an der stehenden Patientin festgelegt wurde, sollte sie markiert und im Operationsraum nicht mehr verändert werden. In Rückenlage der Patientin verändert sich die normale Mamillenposition im Vergleich zur rekonstruierten Seite disproportional wegen der Unterschiede in Form, Konsistenz und Verformbarkeit.


Mamillenrekonstruktion

Für die Mamillenrekonstruktion sind unzählige Techniken beschrieben. In der täglichen Routine haben sich jedoch nur wenige durchgesetzt und bewährt.


Teiltransplantation der kontralateralen Mamille

Unter den freien Transplantaten bietet das sogenannte „nipple sharing“ deutliche Vorteile gegenüber anderen Techniken. Textur und Farbe der Mamille können durch Nipple sharing erhalten bleiben und diese Technik gewährleistet auch eine hohe Rate an initialem Anwachsen des Transplantates sowie an einer dauerhaften Projektion. Dennoch wird häufig von den Patientinnen diese Art der Mamillenrekonstruktion abgelehnt, da sie Sensibilitätsverlust an der gesunden Mamille neben Narben und Projektionsverlust fürchten.
Andere freie Transplantate konnten sich wegen fehlender dauerhafter Projektion nicht durchsetzen, zudem sie auch eine erhebliche Hebedefektmorbidität aufweisen. Aus diesen Gründen werden heute Labia minora, Zehenpulpa oder Ohrläppchen nicht mehr verwendet.

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