CHIRURGISCHE EINGRIFFE
Bariatrisch-chirurgische Eingriffe
Bariatrisch-chirurgische Eingriffe sollten in spezialisierten Einrichtungen vorgenommen werden. Die Entscheidung, welches operative Verfahren - restriktiv oder Kombination von Restriktion und Malabsorption - im Einzelfall geeignet ist, hängt vom BMI, dem individuellen Risiko, den Co-Morbiditäten und dem Patientenwunsch ab. Entscheidungskriterien sind nicht evaluiert.
Die Effektivität der bariatrischen Verfahren ist durch eine Vielzahl von Studien belegt. Je nach Verfahren beträgt die Gewichtsreduktion zwischen 21 und 38 kg nach einem Jahr und 15 bis 28 kg nach 10 Jahren. Berechnet man den Verlust an exzessivem Körpergewicht, beträgt dieser beim Magenband 41-54 %, beim Magenbypass 62-75 %, bei der biliopankreatischen Diversion bzw. beim duodenalen Switch 66-74 %.
Physiologische Auswirkungen der Bariatrischen Chirurgie
Patienten nach massiver Gewichtsreduktion sind nicht vergleichbar mit gleichgewichtigen Patienten die keine extremen Gewichtsschwankungen durchgemacht haben. Zum einen besteht das Problem der überschüssigen Haut, die einen herabgesetzten Turgor und eine erhöhte Elastizität aufweist. Zum anderen drohen Anämie, Vitamin und Mineralmangel, vor allem bei Patienten nach Magenbypass. Wichtig ist ein striktes Follow up des Patienten bei seinem Bariatrischen Chirurgen, idealerweise alle 2- 3 Wochen innerhalb der ersten 3 Monate, nachfolgend 6 und 12 Monate postoperativ und dann jährlich.
Laboruntersuchungen sollten rechtzeitig vor den geplanten Eingriffen vorgenommen werden, um bei vorhandenen Mangelerscheinungen reagieren zu können. Den Patienten muss wiederholt eine ausgewogene Nahrungsaufnahme vor Augen geführt werden. Eine adequate Proteinaufnahme fördert die Wundheilung, korrekte Eisenwerte sind wichtig zur Behandlung und Vorbeugung der Anämie und ein guter Ernährungsstatus trägt zum komplikationslosen Heilungsverlauf bei.
Psychologische Aspekte eines Patienten nach massivem Gewichtsverlust
Psychologische Folgen der Adipositas sind gleichbedeutend, wenn nicht sogar schwerwiegender als die oben erwähnten medizinischen Auswirkungen. In vielen Fällen ist die beobachtete Psychopathologie Folge von Vorurteil und Diskrimination, denen sich der jeweilige Patient oftmals schon seit der Jugend ausgesetzt sieht. Das Auslachen und Verspotten von „Dicken“ ist in der Gesellschaft tief verwurzelt.
Untersuchungen belegen, dass nach massiver Gewichtsreduktion durch bariatrische Chirurgie das Selbstwertgefühl und die positiven Emotionen deutlich ansteigen und die Schmälerung und Herabwürdigung des eigenen Körpers zurückgeht. Zu ersten Mal fühlen sich viele dieser Patienten als Teil der Gesellschaft. Patienten nach massiver Gewichtsreduktion berichten über verbesserte Fitness, Mobilität, gesteigerte Arbeitsleistung, mentale Stärke, Selbstvertrauen, soziale Interaktionen und viel größere Zufriedenheit mit dem Leben als solches.

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